"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Mittwoch, 7. Januar 2015

Klänge aus alter Zeit

(Schon eine Woche 2015 und hier steht noch nix? Muss man mal ändern....)

Zwei Blogartikel haben mir in der letzten Woche akustische Erinnerungen an meine Kindheit gebracht:

Zum einen Andreas Wolf bei Sichten und Ordnen mit einem Beitrag zu der süddeutschen Bezeichnung von Kleinmünzen: Ich hatte schon ganz vergessen, dass natürlich auch wir "Pfenning" mit einem n zu viel sagten. Von den Fuchzgerlen, Fuckerlen und Zehnerln, die heutzutag genauso unverständlich wie Heller und Batzen sind, ganz zu schweigen. Mit dem Wort "Pfenning" war ich automatisch wieder sechs Jahre alt und unterhielt mich aufgeregt mit Schulfreunden, was man mit dem Kleingeld in der Tasche alles anfangen könnte....

Ein anderer Beitrag, der mich in meine Kindheit versetzt hat: Im Landleben-Blog hat der Kiezschreiber verschiedene Berlin-Impressionen aufgeschrieben, darunter auch die Erinnerung an eine Frau aus Ostpreußen. Im Allgäu waren auch relativ viele Vertriebene aus Ostpreußen (in der Nähe von Kaufbeuren gibt es sogar Neu-Gablonz: Nachtrag: Michali macht mich darauf aufmerksam, dass Gablonz gar nicht in Ostpreußen lag, so dass das hier geographisch sinnlos und kenntnisfrei ist. Aua),  so dass man recht häufig diesen harten, aber doch melodischen Dialekt hören konnte. Als Kind hatte man natürlich keine Vorstellung, was das für ein Dialekt war oder wo die Leute herkamen. Es ist auf jeden Fall eine Klangfärbung, die man bald wohl nirgends mehr hören kann (zumindest ich kenne niemand, der den Dialekt in zweiter Generation spricht). Wer nicht weiß, wie sich's anhört, hat hier ein Beispiel von dem Humoristen Ludwig Manfred Lommel, der Anfang der Dreißiger Geschichten aus Runxendorf erzählte. Als Kind mochte ich den verlinkten Sketch sehr gerne, der irgendwo auf einer alten Kassette war. Lange Jahre waren die Sachen nicht mehr zu bekommen, nun hilft Youtube (Über Lommel selbst weiß ich nicht viel, die Titanic hat sich einmal ausführlicher mit ihm beschäftigt. Wie schon viele andere Künstler, die hier vorgestellt wurden, wohl kein einfacher Mensch).

Kommentare:

  1. Gablonz (Jablonek) liegt an der Neisse in der Tschechei, hat sich was mit Ostpreussen. Egerland und Böhmen passen besser. Öfter mal den Atlas bemühen.

    Viele Grüße

    Michali

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