"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Samstag, 15. Oktober 2016

Der große Hefepastenkrieg



Die Briten mal wieder. Einiges hat sich getan seit meinem letzten Bericht, Theresa May hat zum ersten Mal skizziert, wie sie sich das Land nach dem Brexit vorstellt, und das ist alles nicht schön. Das Pfund ist auf dem niedrigsten Stand gegenüber dem Dollar seit 198123vbg´ds+‚‚‚‚‚‚‚‚‚‚‚x88w7s (Entschuldigung, jetzt war gerade der Kater auf der Tastatur), die Regierung schlägt einen Pranger für Firmen, die Ausländer anstellen, vor, beide Seiten führen im Wesentlichen noch die Kämpfe vor dem Referendum weiter, es findet der große Hefepastenkrieg statt (the great Marmite war) und keiner weiß wie's weiter gehen soll. Für den Bericht verweise ich auf Robert Rotifer, der als EU-Bürger seit langem im UK wohnt, auch dazu bloggt, und auch noch gute Musik macht. Sein Bericht findet sich hier. Seinen Optimismus in Bezug auf die Labour-Partei teile ich nicht ganz, aber ich bin auch weiter weg vom Geschehen. 

Warum muss uns das Schlamassel der Briten interessieren? Zum einen, weil ich denke, dass wir von ähnlichen Diskussionen gar nicht so weit entfernt sind und die Situation im UK ein Beispiel ist, wie schnell eine gesellschaftliche Diskussion kippen kann und das Unsagbare wieder sagbar wird. Zum anderen, weil man zwei Lehren daraus ziehen kann: Das passiert, wenn sich die konservative Mitte aus machtstrategischen Gründen die Themen der extremen Rechten zu eigen macht. Und das passiert, wenn die Linke eine Antiglobalisierungsstrategie erfolgreich mit unkonventionellen Partnern durchziehen will. Fragt doch mal einen Linken im UK nach dem Stand des Brexit als Antiglobalisierungsprojekt. (Zu diesem Gesichtspunkt, aus einer anderen Perspektive auch der Kiezschreiber hier). 


Kommentare:

  1. Ich hege ja immer noch die infantile Hoffnung, dass sich die Brexit-Nummer über die nächsten Jahre in Luft auflösen wird. Schließlich gibt es letzten Endes auf allen Seiten nur Verlierer (bis auf die blöden Frankfurter Bänker vielleicht).

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    1. Ich bin mir nicht so sicher. Die einzige Hoffnung für die Briten ist, dass die EU zusammen bricht. Dann geht es zwar ihnen auch nicht besser, sondern eher schlechter, es fällt aber nicht mehr so auf, was für einen Mist sie gebaut haben.

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    2. Dann bist du in der Tat noch viel pessimistischer als ich. Ist es der Herbst? Helfen uns irgendwelche Pillen?

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