"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Donnerstag, 1. Dezember 2022

2. Weißt du noch?

 Ein Zufallsfund. Die Band ist aus dem Brass Banda-Umfeld. Diese moderne Blasmusik ist etwas an mir vorbei gegangen, auch wenn ich das ganz gut anhören kann. Bei diesem Lied packte mich aber eine Zeile ganz böse. Zuerst wird beschrieben, wie man in jungen Jahren der Sonne entgegen fuhr. Dann geht es um die Gegenwart: Man wollte im Sommer los, blieb dann aber doch zu Hause, weil man noch die Steuer machen musste. Tja.

Ein bisschen bittersüße Sonne für den Advent.




Mittwoch, 30. November 2022

1. Wir kriegen das hin

 Wieder ein Jahr vorbei, wieder Zeit für den musikalischen Adventskalender. Dieses Jahr war hier auf dem Blog aus Gründen nicht viel los. Allerdings macht es mir große Freude, hier wieder die Musik, die mich im letzten Jahr begleitet hat, nach und nach einzustellen. 

Beginnen wir mit Mamani Keïta, die hier im letzten Jahr sehr viel gehört wurde. Die Sängerin, die aus Mali kommt, fiel mir zuerst bei den Amazones d‘Afrique auf. Nach und nach habe ich mich weiter durch gehört. Die Kollobaration mit Arat Kilo, einer französisch-äthiopischen Band, hat dann bei mir richtig eingeschlagen.

Angafile bedeutet auf Bambara, einer der vielen Sprachen von Mali, „wir kriegen das hin“. Eine flotte Mischung aus Soul, afrikanischer Musik und etwas Hiphop. Tolles Lied, tolle Frau.


Mittwoch, 5. Oktober 2022

Verlorene Abende (Frank Turner & mehr im September in Berlin)

Frank Turner rief zum viertägigen Musikfestival Lost Evenings nach Berlin. Der erste Anlauf 2020 fiel Corona zum Opfer, im September 2022 gab‘s den zweiten Anlauf. Ich mag ja Frank Turner recht gerne, ich schätze seine Konzerte aber vor allem auch deswegen, weil er immer interessante Vorbands hat. Viele meiner derzeitigen Favoriten habe ich unmittelbar oder mittelbar als Turner‘sche Vorband gesehen. Für mich ist es auch einfacher, neue Musik live zu erschließen als durch Konserve. Deswegen freute ich mich auf vier Tage mit einigen alten Favoriten und neuen Bands.

Das Festival fand in der Columbia-Halle und im Columbia-Café statt, eine große und eine kleinere Bühne. Turner spielte jeden Tag von 21-23 Uhr. Wir haben nicht alles mitgenommen, aber einige Zeit dort verbracht. Das Publikum bestand zur Mehrzahl aus Briten, die auch nicht das erste Mal auf einem Frank Turner-Konzert waren.

Was gab‘s zu sehen und hören?

(Eine Playlist mit allen hier verlinkten Youtube-Videos kann man sich hier ansehen.)

TAG 1: GRACE PETRIE, TIM VANTOL, FRANK TURNER

Am Donnerstag begann es auf der großen Bühne mit der verehrten Grace Petrie. Ihr erstes Konzert in Deutschland, nur sie mit der Gitarre und ihr Violinist Ben Moss. Grace Petrie sieht sich als Protestsängerin, seltsamerweise war sie über die vier Abende eine der wenigen offen politischen Künstler*innen. Ich habe die letzten zwei Jahre viel von ihrer Musik gehört und mich sehr auf das Konzert gefreut. Sie beginnt mit Storm to weather, einem Lied über die Isolation während der Pandemie. (Hier gleich noch ein kleiner Ausschnitt davon vom Konzert.)


Natürlich spielt sie auch Black Tie, ein Lied über ihr Coming Out als Lesbe, ein Lied darüber, dass jeder den Platz finden muss, so zu sein, wie er oder sie eben ist. Immer noch wichtig, manchmal denke ich, dass die ganze Welt noch so engstirnig ist wie das Allgäuer Dorf, in dem ich vor Jahrzehnten aufgewachsen bin. 

Die halbe Stunde geht viel zu schnell vorbei, hoffentlich kommt Grace Petrie bald mal wieder. Man merkt eine Folge des Brexit - ich hatte gehofft, ein Shirt kaufen zu können, um mir den Ärger mit Zoll bei einer Bestellung aus dem UK zu sparen. Petrie hatte aber gar kein Merch dabei, wahrscheinlich weil das auch aufwändig gewesen wäre. 

Als nächstes kommt Beans on Toast, den ich allerdings eher langweilig finde. Frau Ackerbau und ich gehen deswegen zum Columbia-Cafe zur anderen Bühne. Dummerweise nehmen wir unsere Bierbecher mit, die Security weist uns darauf hin, dass wir die nicht reinnehmen dürfen. Ich weise darauf hin, dass wir die ja aus der Columbia-Halle mitgenommen haben. Security gibt zu bedenken, dass wir die Becher möglicherweise draußen neu aufgefüllt haben. Ich frage, ob wir so raffiniert aussähen, die Security ist zu freundlich, um zu antworten. Leer dürfen wir die Becher mitnehmen, also müssen wir schnell austrinken. Als wir reingehen wollen, sagt die Security, jetzt ginge es nicht mehr, wir seien zu betrunken. Der war gut.

Wir sehen Tim Vantol, einen Niederländer, der mit akustischer Gitarre auftritt. Beim ersten Lied beginnt er  mit ein paar Takten Proclaimers, das passt als Referenz ganz gut. Hört sich gut an, macht auch Spaß. Das schöne an Frank Turner-Events ist ja auch, dass das Publikum sehr freundlich zu Supportacts ist. Aber mindestens die Hälfte des Publikums kann mitsingen.



Nach Tim Vantol gehen wir zurück zur großen Bühne (ohne Bierbecher). Das erste Frank Turner-Set, akustisch mit Matt Nazir an der Mandoline. Es geht kreuz und quer durch das inzwischen sehr große Repertoire. Ich kenne bei weitem nicht alles, der Rest der Menge ist allerdings durchgehend textsicher und singt mit. Überhaupt hat hier fast jeder ein Turner-T-Shirt, das Ganze ist mir manchmal zu hermetisch.  


Pünktlich um elf endet der erste Abend, wir steigen in die U-Bahn. Guter Anfang, mal schauen, wie es weiter geht.

2. TAG: FRANK TURNER

Am Freitag haben wir beide zu tun und kommen erst um 21 Uhr zum zweiten Turner-Set. Er spielt die beiden (frühen) LPs "Love, Song and Ire" und "England keeps my Bones". Das trifft sich gut, weil das diejenigen Platten sind, die ich im Wesentlichen von ihm kenne. Mit Band ist das Ganze schon deutlich kraftvoller, ein netter Hopsabend. Ich überlege, ein T-Shirt zu kaufen. Es gibt eins mit dem Refrain von Photosynthesis "I won't sit down, I won't shut up, and most of all I will not grow up". Aber eigentlich setze ich mich ganz gerne immer mal hin, halte auch öfter meine Schnauze und bin eher alt - passt also nicht so richtig.

Um 23 Uhr ist Schluss, beschwingt gehen wir nach Hause, am nächsten Tag wollen wir ein bisschen mehr mitbekommen. 

3. TAG: TOM JENKINS, BANDAID BRIGADE, BERRIES, MARCH, JOYCE NOVEMBER, SEAN McGOWAN, FRANK TURNER

Am Nachmittag gibt es immer eine Open-Mic-Bühne, bei der jeder auftreten kann. Am Samstag wird das gemischt mit Acoustic-Sets von einigen Bands, die auch am Abend auftreten. Wir kommen etwas später, verpassen deswegen Guise, die Band von Jess Guise, Frank Turners Ehefrau, und Pet Needs, eine Punkrock-Band, die nach den T-Shirts der Festivalzuschauer zu urteilen, sehr beliebt sind. Wir haben zumindest Pet Needs schon vor ein paar Monaten als Vorband von Skinny Lister gesehen, nicht schlecht, aber auch nicht bemerkenswert. 

Als wir kommen, spielt gerade eine junge Frau auf der akustischen Gitarre schöne und gut konstruierte Folklieder, leider ist sie etwlss nervös. Trotzdem eine schon sehr ausgereifte Darbietung, genau wie bei den nächsten Mutigen. Gute Auftritte und tolles Songwriting. Ich denke mir, dass ich mich bei so etwas wohl die ganze Zeit verspielen würde. Dann kommt ein Niederländer im Karohemd, dessen Name ich leider vergessen habe. Er stellt sich vor, drischt in seine Gitarre ein und gröhlt dazu "Belastingdienst" - es ist ein Lied über die holländische Steuerbehörde. Dabei verspielt er sich mehrmals. Die bittere Wahrheit ist, dass ich (und wohl auch die anderen Zuhörer) sich an keines der ausgeklügelt melancholischen Lieder der anderen erinnern  wird können - Belastingdienst bleibt mir jedoch im Ohr.



Moderiert wird die Open Mic-Session übrigens von einem sympathischen jungen Mann, der der Sänger der Band Grundhass ist. Wir sollten dann später beim Konzert herausfinden, dass er eigentlich Grundhass ist, da die Band nur aus ihm und einem Schlagzeuger besteht.


Das erste Akustik-Set kommt dann vom Waliser Tom Jenkins, der Folk mit Falsettgesang macht. Nicht ganz meine Sache, ein paar der Lieder gefallen mir aber ganz gut.



Danach Bandaid Brigade. Zunächst kommt ein großer Musiker mit einem Keyboard auf die Bühne und klimpert Barpiano-mäßig darauf herum. Er wird begleitet von einem Gitarristen, der eine sehr verzerrte Gitarre spielt; optisch sind beide ein sehr ungleiches Paar. Aus den Stücken kann man herauslesen, dass beide gut singen können, allerdings bleibt komplett rätselhaft, wie sich das mit der gesamten Band anhören könnte, geschweige denn, welches Genre sie bedienen. Ich bin gespannt auf den vollen Auftritt am nächsten Tag.



 Danach die Berries. Die Akustik-Version besteht aus zwei Gitarren und leichter Percussion. Schon beim ersten Lied bin ich ziemlich begeistert, sehr vertrackte Songstrukturen und Rhythmen zu melodischem Gesang. Mir fallen dazu spontan fIREHOSE ein. Leider konnten wir das volle Set am gleichen Abend nicht sehen, sondern nur die abgespeckte Version am Nachmittag. Die CD We are machines der Berries habe ich allerdings im Nachgang häufig gehört. Wirklich tolle Band, die ich mir auf jeden Fall wieder ansehen werde, wenn sie in Deutschland unterwegs sind. 



Am Abend kommen wir wieder, zu spät für die Berries, rechtzeitig für March, eine Band, die recht heavy ist. Frau Ackerbau ist das zu viel Krach, ich finde es nicht schlecht.

Danach Joyce November aus Erfurt. Irgendwann hatte ich schon mal etwas von ihr gehört, was keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, wurde aber beim Konzert positiv überrascht. Sie fiel etwas aus dem Rahmen, da die meisten anderen Acts doch einen Punk- oder starken Folk-Hintergrund hatten, während Joyce November eher Richtung jazzige Liedermacherin geht. Sie trat zusammen mit einem Trompeter auf, das passte sehr gut (ich habe später beim Nachhören einiger Lieder festgestellt, dass ein paar der frühen Sachen tatsächlich in eher schlagertauglichen Arrangements aufgenommen wurden, was sehr schade ist). Insgesamt eine positive Überraschung, im Nachhinein blieben bei mir ein paar unerwartete Ohrwürmer. 

Wir schauen kurz zur großen Bühne, dort spielt Thees Uhlmann. Nach zwei Liedern wieder zurück - not my cup of tea. 

Dann einer der Gründe, warum ich mich (neben Grace Petrie) so auf das Festival gefreut habe: Sean McGowan. Ich habe ihn schon 2018 zweimal live gesehen, ein wirklich sympathischer und guter junger Mann. Schöner politischer Folk, gute Lieder, angenehmes Hopsen


(Gleich noch ein T-Shirt beim Meister besorgt, er hatte zumindest auf dem Hinweg ein paar in seinen Rucksack gestopft.)



Danach zur großen Bühne. Das heutige Turner-Set ist der letztjährigen LP FTHC gewidmet, die Turner selbst als Punk bezeichnet, für mich allerdings eher etwas heavy ist. Wir hören uns ein paar Lieder an - darunter auch The Gathering, das wirklich großartig ist - beschließen dann aber, etwas früher zu gehen. War ein langer Tag und morgen geht es weiter. 

TAG 4: GRUNDHASS, BILLY LIAR, BANDAID BRIGADE, DONOTS, FRANK TURNER

Am 4. Tag begleitet uns F., der von den Bands keine kennt und auf uns vertraut. Erst nach und nach wird ihm klar, dass es sich hier nicht um das übliche obskure Konzert handelt, auf das ich ihn sonst zu schleppen versuche, sondern um einen Act, der im UK jede Halle füllen kann. 

Wir gehen zunächst zu Grundhass. Wie nach dem Namen zu erwarten, Deutschpunk, aber von der durchweg erfreulichen Sorte. Steffen, den Sänger, kennen wir ja schon als Moderator des Open-Mic-Events; ihm ist deutlich anzumerken, wieviel Spaß ihm das Konzert macht. Musikalisch erinnert es mich manchmal an die Moving Targets, insgesamt aber melodischer Deutschpunk, manchmal etwas schlagerhaft. Das Lied "Diggi, gib mal Kohle" brummt mir noch Wochen danach durch den Schädel. 



Billy Liar, ein schottischer Folkpunker, danach ist leider nicht so unser Fall. Er wirkt etwas sehr angespannt und teilweise gesanglich überfordert. Auf Platte hört er sich aber ganz ok an, das folgende Lied Still Struggle hat mir aber auch beim Konzert am besten gefallen. 



Danach Bandaid Brigade, auf die wir ja nach dem Duo-Auftritt am Tag vorher sehr gespannt waren. Genremäßig als auch gesamte Band nicht einzuordnen; aber absolut grandios. Die Band begann mit dem Song Everything (Power-Pop?), danach ein Lied, Travel Light, das man nur als Versuch, 70er Jahre Soul einzufangen, kategorisieren kann. Fantastisch. Frau Ackerbau und ich hopsten begeistert rum. Nun muss ich sagen, dass Bandaid Brigade etwa die Musik spielen, die ich am meisten hasse, zum Beispiel eine 80er Hardrock Hymne wie Abacus. Trotzdem fand ich sie ziemlich grandios und höre die CD sehr gerne, denn die Burschen können das. In Bezug auf die Videos zu den Titeln muss man nur sagen, dass es etwas irritierend ist, dass in jedem Video aufblasbare Puppen vorkommen. Aber große Band.

Wir wechselten zur großen Bühne. Dort kamen die Donots, die ich bislang noch nicht gesehen hatte. Schöner punkrock-affiner Stadionrock. (Hier ein Live-Mitschnitt von dem Abend.)



Danach Frank Turner selbst mit einem Greatest Hits-Set. Man muss sagen, dass der gute Mann einfach viele Lieder und viele Hits hat. Auch wenn er vier Tage hintereinander gespielt hat, gab es nur wenige Dubletten. Das Konzert gab viel positive Energie, das Publikum bei Frank Turner Konzerten ist auch wirklich immer sehr freundlich; auch wenn man sich ins Getümmel stürzt, passen alle auf, dass nichts passiert. 



Ein wirklich guter Abschluss

***

Was im Nachhinein überrascht, ist wie unpolitisch die ganze Veranstaltung war. Es gab einzelne politische Ansagen, bei Grace Petrie, Sean McGowan. Vielleicht waren sich die Anwesenden ohnehin einig? Aber man hätte doch einiges sagen können. Es gab an den Nachmittagen auch noch einige Panel zu Themen wie Songwriting oder Frauen in der Musik, es gab Informationsstände von einigen Wohlfahrtsorganisationen (Suizid-Prävention etc.), bei der ganzen Veranstaltung wurde sehr darauf geachtet, dass es zu keinen Übergriffen kam (nicht selbstverständlich bei solchen Konzerten). Konkret politisch wurde es aber sehr selten. Eher eine Wohlfühlveranstaltung. 

Ich habe den größten Teil (nicht wirklich konsequent, leider) Maske getragen. Wir sind gesund wieder rausgekommen, das war aber Glück. Ansonsten waren alle maskenlos, meine Corona-WarnApp war danach dunkelrot.



Sonntag, 14. August 2022

Nicht einfach, in Frankreich Geld zu verdienen

 Nicht ganz neu was ich hier entdeckt habe, aber definitiv wert, einmal reinzuhören.

Mamani Keïta, die hier schon als Mitglied der Amazones d‘Afrique gewürdigt wurde, macht schon seit Jahrzehnten Musik. Vor mehr als zehn Jahren veröffentlichte sie das Album „Gagner l‘argent français“, das Titellied gefällt mir sehr gut.

Von 2018 stammt ihre Zusammenarbeit mit der Pariser Band Arat Kilo, „Angafile“ ist ein fantastischer Rumhopssong. 

Chaos Embedded lässt sich auch gut hören, hat mich jetzt über die letzten Monaten begleitet.

Am Schluss ein Lied aus diesem Jahr, Echo von Lady Nade und Boo Hewerdine. Das erste Mal, als ich auf die fantastische Lady Nade gestoßen bin, fand ich diesen Countrysound zu brüchig, inzwischen höre ich das sehr, sehr gerne. Gut, wenn man die Ohren offen lässt.

Sonntag, 3. Juli 2022

ICH HAB BÄRCHEN UND DIE MILCHBUBIS LIVE GESEHEN

 Vollkommen überraschend als Vorband der Liga der gewöhnlichen Gentlemen. Jung kaputt spart Altersheime!

In all den Jahren bin ich nie auf die Idee gekommen, ein Foto mit verehrten Künstlern zu machen, bei Annette musste es dann sein.



(Und die Liga - ohnehin eine phantastische Liveband - wird immer besser.)

Sonntag, 6. Februar 2022

Bonnies Augen

 Die verehrten Skinny Lister haben ein weiteres Video zu einem Lied ihrer letztjährigen LP A matter of Life and Love gemacht. Bonnies Eyes hat als Hauptdarstellerin die Tochter von Sängerin Lorna und Gitarrist Daniel. Das erste Mal habe ich die Kleine bei einem gestreamten Wohnzimmerkonzert der Band im ersten Lockdown gesehen, wo sie noch von der Mama über der Schulter herumgetragen wurde. 

Ein schönes Lied, ein schönes Video, gerade richtig für dunkle Tage. 



Sonntag, 30. Januar 2022

Wenn Mauern reden könnten und wir zwei Möwen wären

 Das neue Jahr ist schon fast wieder einen Monat alt. Gibt es schon neue Musik? Wahrscheinlich mehr als genug, aber auch ich bin schon auf etwas gestoßen, das mir gut gefällt. Jill Lorean heißt die Band, kommt aus Schottland, die Debut-LP soll im April herauskommen. Das Lied Walls gefällt mir gut, es hat so einen Patti-Smith-tanzt-barfuß-mit-Shirley-Manson-von-Garbage-Vibe, von dem ich nicht gedacht hätte, dass er mir gefällt, aber er gefällt mir gut.

Ja, wenn Mauern reden könnten, würden sie wohl sagen, dass sie schon genug Liebeslieder gehört haben. Aber wenn sie singen könnten, würden sie über ihre gebrochenen Herzen singen. (Ich tu mir etwas schwer damit, bei der Mauer das Herz zu verorten, aber trotzdem ein schönes Lied.)

(Wer lieber etwas Schottland im Video sehen will, ist mit dem Lied Kneading besser bedient.)

Ein Nachtrag vom letzten Jahr, der es gerade so nicht in den Adventskalender geschafft hat. Niamh Regan, eine irische Sängerin. Irgendwo etwas gehört, mir die (digitale) Platte bei Bandcamp heruntergeladen, dann vollkommen vergessen, was mir da gefallen hatte. Niamh Regan (ich hatte mal kurz eine WG-Genossin, die Niamh hieß, deswegen weiß ich, wie das ausgesprochen wird, und Ihr nicht) kann man stilistisch vielleicht mit Tori Amos vergleichen. Normalerweise gar nicht mein Ding, aber hier habe ich nach einmal anhören schnell wieder entdeckt, was mir daran gefallen hat.

Freeze Frame ist ein schöner Einstieg in ihre Musik.

 

 (Wer wieder ein bisschen mehr melancholischen Irlandkitsch im Video haben will, ist mit dem ebenfalls sehr schönen Two Seagulls gut bedient.