"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Montag, 6. Februar 2023

Hashtag Brooklyn Karaoke Party

 Vor ein paar Jahren bin ich ja auf St. Lenox gestoßen, der Band von Andrew Choi. Anrührender autobiographischer Indiepop, der bei mir im Ohr und im Kopf hängen bleibt. Dieses Lied wurde mir die letzten Tage wieder bei Youtube in die Playlists gespült, ein wunderbares Stück über Dating und ein schönes Beispiel für Chois Videos; es wird in den Untertiteln immer noch eine ganz andere Geschichte erzählt als im Lied. Heartbreaking und schön zu hören.


Tikerscherk hat letzthin in ihrem Blog verschiedenen kontemporären Indiepop aufgezählt, in den ich mich gerne reingehört habe. Die französischen Künstler, die ich so höre, abgesehen von der wunderbaren Julii Sharp und der Wahl-Pariserin Mamani Keïta, sind ja doch eher aus früheren Zeiten. Einiges ist von der Liste hängen geblieben, so z.B. Myra, eine Sängerin, deren Genre ich nicht so richtig einordnen kann. Das Lied ist R‘n‘B orientierter Hiphop (sag ich mal) und gefällt mir gut, obwohl so etwas ja normalerweise nicht unbedingt mein Fall ist. Aber was hätte man davon, wenn man immer dasselbe hörte? 

Auf youtube fand ich noch folgendes, eher folkiges Lied der Sängerin. Sehr schön.

Montag, 2. Januar 2023

Eulen und Ruinen

 Letztes Jahr wurde mir auf Twitter ein Bild von Caspar David Friedrich in die Timeline gespült, „Eule im gotischen Fenster“ von 1836. 



Mir fiel eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Foto von einem Fenster der Lobdeburg-Ruine über Jena-Lobeda auf. Sollte Caspar David die Lobdeburg als Vorbild für sein Eulenfoto genommen haben?





Tatsächlich habe ich auch ein Buch über Caspar David Friedrich im Schrank, dort wird als Vorbild für das gotische Fenster allerdings eine frühere Zeichnung der Klosterruine Oybin genannt, die Friedrich 1810 besucht hatte.


Gut, also nicht die Lobdeburg. Richtig zufriedenstellend fand ich das Ergebnis jedoch nicht. Die Fensterbögen der Klosterruine sind schon deutlich anders als das Fenster auf dem Eulenbild.

Deswegen ein anderer Versuch: Gibt es Belege dafür, dass Friedrich einmal in Jena war?

Tatsächlich ist es belegt, dass sich Friedrich in Jena 1811 mit Goethe getroffen hat. Die Lobdeburg ist aber noch einige Kilometer vom Stadtkern entfernt. Allerdings war Goethe gerne auf dem Gut Drackendorf zu Fuße der Lobdeburg und es ist auch belegt, dass dort das Treffen mit Friedrich statt fand. Goethe soll sein Gedicht „Das Bergschloss“ auch 1802 nach einem Besuch der Ruine geschrieben haben.  Es spricht nun sehr viel dafür, dass Ruinenfreund Friedrich den kurzen Aufstieg zur Lobdeburg genommen hat und der Blick durch das Fenster Jahrzehnte später auch bei seiner Eulenzeichnung die Komposition beeinflusst hat.











Sonntag, 1. Januar 2023

It ain‘t easy

 Seit Anfang 2021 ist das UK mit allen Wirkungen aus der EU ausgetreten, es gelten also grundsätzlich Außenzölle und auf eingeführte Waren muss Umsatzsteuer entrichtet werden.

Für jemand wie mich, der gerne CDs und Kunst direkt bei Künstlern im UK gekauft hat, eine blöde Situation. Anfang 2021 rutschte noch die Rotifer/McCookerybook-LP durch den Zoll, weil die britische Postfrau keine Lust auf den Zollsticker hatte und auf deutscher Seite auch keiner recht wusste, was man machen sollte. Im Laufe des Jahres kamen ein paar Crowdfunding-Kunstwerke, die mich jeweils noch 10-12 EUR zusätzlich kosteten. Wenn die Zolldeklarationen sorgfältiger gewesen wären, hätte es mehr gekostet. 

Eigentlich müsste alles zollfrei sein und nur die Umsatzsteuer noch nachgereicht werden. Aber zollfrei sind nur Dinge, die im UK hergestellt wurden, das muss wohl nachgewiesen werden. Für Leute, die nur ab und zu mal was in die EU verschicken, kaum handhabbar. Ich habe noch ab und zu ein paar Drucke bestellt, aber das macht den Künstlern wohl so viel bürokratischen Ärger, dass man sie besser mit Bestellungen verschont.

2022 hatte ich den Eindruck, dass zumindest die Bestellungen über Plattformen funktionieren, dass da sich schon um die Steuer gekümmert wird. Also habe ich CDs über Bandcamp bestellt. Die Bilanz: für zwei musste ich nichts zahlen, weil sie einfach undeklariert im Umschlag kamen, zwei andere kamen auf je knapp 10 EUR zusätzlich (6 EUR Post-Handlingfee, 3 EUR Zoll/Steuern). Eine war der Spitzenreiter: Ich bekam eine Benachrichtigung, dass ich den Wert der Sendung nachweisen müsse, sonst würde sie zurück geschickt. Ich füllte das Formular aus, nebst Kopie des Auftrags. Die CD kam, ich musste die üblichen 10 EUR zahlen, danach kam eine weitere Rechnung über 14 EUR für die Wertfeststellung. 

Faktisch heißt das, dass man sich an Großimporteure halten müsste, die in der Lage sind, die Formalitäten zu erfüllen. Bei meinen Interessen keine wirklich gangbare Option. Und man muss halt dann auch auf solche Dinge verzichten:



Kack Brexit.


Samstag, 24. Dezember 2022

24. Winter in Eden

 Zum Abschluss ein kuschliges Liedchen von der Irin Niamh Regan. Soundtrack für hoffentlich geruhsame Feiertage und Abschluss eines Reigens von 24 Liedern aus 12 Ländern, die meisten Lieder aus den letzten zwei Jahren, die zu meinem Soundtrack 2022 gehört haben.




Donnerstag, 22. Dezember 2022

23. Deine Augenlider glänzen

 Nachdem wir bislang weitgehend neue Musik, überwiegend von Frauen gehört haben, ist jetzt Zeit für alten Kram von einem alten Mann. Der große Markos Vamvakaris ist vor fünfzig Jahren gestorben. Ich spiele ja immer noch mit dem Gedanken, einmal nach Syros zu fahren, um mir seine Heimatinsel anzusehen. Vielleicht, wenn mal weniger strenge Zeiten sind.

Deine Augenlider glänzen, wie die Blumen auf dem Feld. Der große Markos ist schon von Krankheit gezeichnet, die Aufnahme wird etwa von 1967 sein.



Mittwoch, 21. Dezember 2022

22. Wir haben ein Büro in Hackney

 Dieses Jahr konnte ich Grace Petrie bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland sehen, da hatte ich mich lange drauf gefreut. Es war zu kurz, da sie nur im Vorprogramm spielte, aber hoffentlich nicht das letzte Mal.

Dieses Lied fasst ganz gut zusammen, warum ich lieber Musik höre, die etwas jenseits des Mainstreams ist. Ein Hoch auf die ganzen Musiker*innen jenseits der großen Bühnen.