"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Donnerstag, 26. März 2020

Ich brenne, ich brenne

Mit jedem Menschen wird eine Klage geboren
der Krieg ist erklärt, das Blut fließt

Ich brenne, ich brenne, lösche den Brand mit Öl
Ich ertrinke, ich ertrinke, wirf mich in das tiefste Meer

Obwohl meine Sozialisation mit griechischer Musik in irgendwelchen Tavernas stattgefunden hat, die das griechische Äquivalent des Musikantenstadels abspielten, habe ich ja eine Schwäche für die Musik der 30er bis 50er, die noch nicht sonderlich glatt und gefällig war. Die Griechen mögen dagegen den Bombast ganz gerne. Ab und zu erwischt es mich dann aber auch. Das folgende Lied habe ich zum ersten Mal gehört, als in den 80ern in irgendeinem dritten Programm der Film Rembetika kam. Damals hatte ich von dieser Musik nur gelesen, die ersten unmittelbaren Begegnungen mit Markos, Stratos, Rita und Roza kamen dann erst in den frühen 90ern. Das Lied hat mich damals fasziniert, nach über 30 Jahren habe ich es jetzt wiedergefunden. Die Tragik und gleichzeitige Schicksalsergebenheit finde ich immer noch wunderbar (die Meinung der Restfamilie mag abweichen), auch wenn es eigentlich zu glatt und zu bombastisch ist. Aman, Aman!

Samstag, 1. Februar 2020

Petting mit der Liga der gewöhnlichen Gentlemen

(Ich war ein bisschen zu viel mit Straßengeschichten beschäftigt, es wird Zeit hier wieder etwas nachzuholen.)

Wie fast jedes Jahr spielten die Liga der gewöhnlichen Gentlemen kurz vor Silvester in Berlin. Die Hamburger werden ja bei uns immer gern gehört, nach dem sehr schönen Konzert im Sommer haben Frau Ackerbau und ich uns wieder Karten besorgt. Der Weg durch Kreuzberg Ende Dezember war unspektakulär, normalerweise fliegen einem da immer schon Böller um die Ohren, diesmal kein einziger. Wir hatten gerade Besuch aus Frankreich, der aber keine Lust hatte mitzukommen, weil ihm die Liga dann doch nicht "Pönk" genug.

Das Lido war gut gefüllt, in der Ankündigung war noch keine Vorband vermerkt, es kamen aber zwei Frauen und drei Männer auf die Bühne, die sich als "Petting" vorstellten. Wirklich dämlicher Name, aber gute Band. Obwohl es eine Berliner Band ist, gab es frankophonen Beat, der wirklich Spaß machte. Uns kam zugute, dass wir am Abend vorher mit dem Besuch sowieso schon die ganze Zeit Jacques Dutronc und France Gall gehört hatten, das steckt auch ganz gut das musikalische Terrain von Petting ab. Hyperaktive Sängerin, stoische Bassistin, zwei wuselige Beat-Gitarristen, kompetenter Schlagzeuger, das machte schon Spaß. Die Band gibt es wohl schon sehr lange, allerdings finden sich wenig aktuelle Informationen. Ich hätte mir gerne auch eine CD gekauft, aber leider waren sie schon weg, als ich später zum Merchstand ging.


Dann kam die Liga und die Konzertmagie funktionierte wieder sofort: Sie bretterten durch die ersten Lieder, und wenn man manchmal bei den CDs denkt, dass bei einzelnen Liedern noch irgendetwas fehlt, stimmt im Konzert alles perfekt. Natürlich haben wir wieder "Häßlich und faul, Musik und der HSV" und "Ma-Ma-Ma-Matratzen-Concord" mitgesungen und sind fleißig hin- und hergehopst.

Am Anfang kam mir der Gitarrist ungewohnt, aber merkwürdig bekannt vor. Es war tatsächlich nicht der reguläre Gitarrist, sondern Timo Blunck von (u.a.) den Zimmermännern, der kurzfristig eingesprungen war. Die eher sparsamen, funkigen Einsätze von Blunck funktionierten dabei ziemlich gut. Die Zimmermänner waren immer zu schlau für mich (ist ja auch immerhin ein Diedrichsen dabei), nach dem Konzert habe ich mir allerdings wieder "Die große Sporadische" angehört, bei dessen Video man Blunck zusehen kann, wie er auf einem Bürostuhl Grimassen macht, während Diedrichsen zeitungslesend auf dem Sofa sitzt. Das Lied spukt mir seitdem regelmäßig im Kopf herum.

Ein schöner Abend, mit guter Laune und guter Musik. Am nächsten Tag tat mir natürlich alles weh. 

Donnerstag, 12. Dezember 2019

Stranglers plus Ruts im Huxley

Nach längerer Pause mal wieder auf ein Konzert. J., der Vater eines früheren Kindergartenkumpels von unserem Kleinen, hat sich die letzten Jahre jedesmal die Ruts angesehen, wenn sie in Berlin waren, und mich diesmal erfolgreich dazu gebracht mitzukommen. Die Ruts mag ich ja sehr gerne, die zwei Platten zeigen noch schlimmste Jugendzentrumsspuren, weil da mehrere Biere drüber geschüttet wurden. Gesehen habe ich sie allerdings noch nie, also passte das gut.

Wir treffen uns am S-Bahnhof Wollankstraße, J. hat gleich seine ganze Band mitgebracht, also wird es nicht langweilig. Dann mit der U8 Richtung Hermannplatz und es bestätigt sich wieder die alte ÖPNV-Weisheit, dass es immer einen Grund hat, wenn es an einer Stelle im Waggon besonders leer ist.

Das Huxley war bereits ganz gut gefüllt, wir hoben den Altersschnitt allerdings nicht. Die Ruts haben als Backdrop beim Konzert das Bild, das auf der ersten LP "The Crack" war, die nun auch schon 40 Jahr alt ist. Von der ursprünglichen Band sind nur noch zwei übrig, der Sänger Malcolm Owen starb schon 1980 an einer Überdosis, der Gitarrist Paul Fox starb 2007. Inzwischen sind sie als Trio unterwegs, mit neuem Gitarristen. Drei alte Männer mit Hüten, die allerdings sehr präzise und gut loslegen. Ich hatte zunächst gehofft, dass sie The Crack ganz durchspielen zum Jubiläum, das war nicht der Fall, aber dafür gab es alle Hits. Die Ruts waren damals musikalisch ziemlich weit den anderen Punk-Bands voraus, insbesondere, was die Gitarrenarrangements betraf. Nach einer Stunde hatten wir Staring at the Rude Boys, West One, In a Rut, Babylon's Burning und Jah War (und noch einiges mehr) gehört, da konnte ich es auch verschmerzen, dass mein Favorit Demolition Dancing nicht auf dem Programm war.

Danach die Stranglers. Mir ist vor dem Konzert aufgefallen, dass ich eigentlich relativ wenig von der Band kenne, ich habe eine Best of bis 1981, die ich zwar oft und gerne höre, und kenne halt noch die Radiohits. Deswegen hatte ich keine allzu großen Erwartungen an das Konzert, mit einer Ausnahme: Einer meiner Lieblings-Konzertberichte, die ich in jungen Jahren gelesen habe, war "Stranglers plus Dickies in Hamburg" aus dem Shit-Bolzen (wohl von 1979, abgedruckt in dem schönen Band "Wir waren Helden für einen Tag"). Untertitelt war das "Ein Erlebnisbericht voller Spannung und Dynamik erlebt und durchgestanden von Ludwig Karnickel". Dort finden sich Sternstunden der Konzertberichterstattung, die vor allem davon handeln, wie die Band einzelne Leute aus dem Publikum verprügelt, die mit Dingen werfen. "Danach war dann der Schlußpunkt gesetzt, und ein etwas verwirrtes Publikum verließ mit gespaltener Meinung (oder Schädel) den Saal."

Gut, auch die Stranglers werden älter. Hugh Cornwell, der Gitarrist und Sänger, hat die Band schon lange verlassen, er wird jetzt aber durch Baz Warne ersetzt, bei dem ich zunächst dachte, es sei Cornwell, weil er sich wirklich haargenau so anhörte. Der Schlagzeuger macht keine Touren mehr mit, deswegen saß ein junger Mann an den Drums. Ich habe die famose Idee, meine Runde Bier genau dann holen zu wollen, als die Stranglers anfangen. Die Würger sind traditionell alle in schwarz gekleidet und beginnen mit Duchess, das finde ich nett, weil ich das Lied zumindest kenne. Auf der Best of bis 1981 ist das eines der ruhigeren Lieder, hier wird es allerdings ziemlich durchgebollert. Ich finde das nicht schlecht, der Rest der Truppe ist allerdings nicht ganz so begeistert. Es folgen netterweise alle Hits wie Hanging Around, No more heroes, Nice and Sleazy, zwischendrin dann auch mal die ganzen radiotauglichen Sachen wie Golden Brown, Always the Sun, Life shows no mercy und Skin deep. Danach wird aber weitergebollert. Irgendwann öffnet sich vor uns etwas das Publikum, ich gehe näher zur Bühne, bei dem furchtbaren Walk on by stürze ich mich dann auch in die Hopsermenge, die eine Mischung aus alten Herren und jungen Frauen ist. Mit Walk on by schließt sich ein Kreis des Karmas, vor ein paar Jahrzehnten bin ich mal im Jugendzentrum zum Diensthabenden gegangen, als Walk on by lief, und fragte ihn, ob er den Scheiß nicht ausmachen könne, das Keyboardgedudel sei ja nicht zu ertragen. Ist es auch jetzt noch nicht, ich nahm es aber mal als Buße, der Keyboarder, der früher Prinz-Eisenherz-Frisur und Schnauzbart hatte, sieht jetzt aus wie eine Idealbesetzung für Ebenezer McScrooge.

Der neue Sänger ist herzlich unsympathisch, aber immerhin wurde anders als vor vierzig Jahren niemand aus dem Publikum verprügelt, sondern er machte sich bei einer Ansage nur lustig über die Leute, die sich irgendwo hingesetzt hatten. Theatralisch zeigte er auf die Leute, die "beim Rockkonzert sitzen, hinten, links, rechts", nett fand ich, dass die jeweils Angesprochenen freundlich zurückwinkten. Geht doch. Bei Peaches fand ich mich dann neben vielen hopsenden jungen Frauen; ich versuchte kurz darüber nachzudenken, ob es jetzt eine gute oder schlechte Sache sei, dass junge Frauen zu so einem schäbigen misogynen Machwerk (das leider recht eingängig ist) tanzen, kam aber zu keinem Ergebnis, und war froh, als es vorbei war. Danach gab es allerdings noch einige Lieder, zu denen man ohne schlechtes Gewissen hopsen konnte (bzw. bei denen ich den Text noch nie verstanden habe), dabei trat mir irgendjemand gegen den Knöchel, ich torkelte gegen ein paar andere, die mich sofort wieder in die Tanzfläche zurückschubsten - aber alles ganz harmlos, anders als 1979. Deswegen gibt es auch von mir kein Schlußwort wie damals von Ludwig Karnickel, der die goldenen Worte sprach: "Beguckt euer Gesicht noch mal gründlich im Spiegel, auf dass ihr euren Kindern später auch ruhigen Gewissens sagen könnt, dass ihr früher auch mal eine richtige Nase im Gesicht hattet."

Ein schönes Konzert.

Samstag, 23. November 2019

Schlank, traurig und sentimental

(Von diesen Adjektiven trifft maximal eins auf mich zu.)

Wenn auf Twitter die verehrten Robert Rotifer und Will Varley unabhängig voneinander auf eine Sängerin hinweisen, ist das für mich Grund genug, mir das einmal anzuhören.

Josienne Clarke, die wohl schon recht erfolgreich bei verschiedenen Projekten mitgewirkt hat, hat eine Solo-LP vorgestellt. Mir sind ja oft die folkigen Songwriterinnen etwas zu gefällig belanglos, hier finde ich allerdings ein neues Lieblingslied.


Und bei diesem Lied gefällt mir wie die Schreie der Seevögel in die Melodie einfließen.



Donnerstag, 14. November 2019

Starkes einfaches Schweigen

Vor über dreißig Jahren kam im Schweizer Radio häufiger ein Lied, das wie ein wunderbarer Outtake der besseren John-Lennon-Soloalben klang. Irgendwo hatte ich es auf Cassette, aber schon lange nicht mehr gefunden. Ich hatte noch den Moderator Francis Mürner im Ohr und wusste deswegen, dass es Strong simple silence hieß und der Sänger T-Bone Burnett war (der übrigens auch später für die Coen-Brüder Filmmusik zusammengestellt hat).

Ab und zu habe ich bei T-Bone Burnett-Alben nach dem Lied gesucht, war aber nirgends zu finden.  Immerhin schon nach einigen Jahrzehnten kam ich dann auf die Idee, einfach das Lied zu g*geln und musste feststellen, dass zwar Burnett singt, das Lied aber von den Golden Palominos ist. Kein Wunder, dass ich es nicht finden konnte.

Jetzt konnte ich es nach 30 Jahren endlich wieder hören und es gefällt mir genauso gut wie damals und es hat immer noch diesen Lennon-Vibe. (Die Version von Peter Blegvad, dessen Lied es eigentlich ist, die ich jetzt auch erstmals gehört habe, ist fast noch besser, aber hier fehlt der Lennon-Soloalbum-Einschlag.)



Sonntag, 27. Oktober 2019

Vor 30 Jahren

Vor dreißig Jahren war ich im Zivildienst, als Hausmeister in einem Kurkrankenhaus. Ich war einer der Glücklichen, die zwanzig Monate Zivildienst machen durften. Glücklich deswegen, weil 1990 die Zeit auf zwei Jahre hochgesetzt werden sollte. Im Grundgesetz stand zwar, dass der Ersatzdienst nicht länger als der Wehrdienst sein durfte, trotzdem dauerte mein Dienst fünf Monate länger als der meiner Schulkollegen, die beim Bund waren (ich war übrigens der einzige aus dem Gymnasialjahrgang, der verweigert hatte; im Allgäu gingen auch 1989 noch die Uhren anders). Jeder unseres Jahrgangs wurde unmittelbar nach dem Abitur gezogen; wir waren immerhin noch im Kalten Krieg.

Während meine früheren Freunde bereits mit dem Studieren beginnen konnten, war ich also noch mit Grasrechen beschäftigt. Mir graute vor dem Winter und den Holzfällarbeiten, die dann auf mich zukamen. Beim Grasrechen kam mir irgendwann der Gedanke, dass man ein Konzert der ganzen lokalen Bands organisieren könnte. Mit meinem Bruder hatte ich ein kleines Cassettenlabel, auf dem wir unseren eigenen Kram veröffentlichten, von unserem 1988er Tape hatten wir immerhin knapp 200 verkauft. Das Label hieß "Die Henne Records", nach dem damals bei uns gebräuchlichen Ausruf der Überraschung, "ach, fick doch die Henne". Wir waren halt vom Land (im hohen Norden gab es ein ungleich einflussreicheres Tapelabel, das Pissende Kuh hieß).

Meine Idee war, dass man beim Konzert mit dem Eintritt ein Mixtape mit den auftretenden Bands verteilen könnte, um die Musik der einzelnen Combos etwas bekannter zu machen. Mein Bruder und ich kümmerten uns um die Tapes (es gab einen Punk in Ludwigshafen, der connections zu BASF hatte und Tapes in jeder Länge besorgen konnte). Ich weiß nicht mehr, ob wir die Cassetten alle selber überspielten oder nur ein Mastertape an den Cassettenhändler schickten; irgendwie habe ich aber noch die Erinnerung an das Doppelcassettendeck bei uns im Wohnzimmer, das im Dauerbetrieb war. Unsere Cassetten hatten immer Klappcover, damit man die Texte unterbringen konnte; das war damals ohne Copyshops in der Nähe gar nicht so einfach. Aber man hat halt alles mit Prit-Klebestift gemacht. Ich habe für die einzelnen Bands Linernotes geschrieben, die auf geteiltes Echo stießen.

Ein Mitstreiter von damals hat nun die Cassette auf Youtube hochgeladen und man kann sich anhören, was 1989 im Unterallgäu so angesagt war (ich mag die meisten Lieder immer noch ganz gerne).  Ich selbst habe die Cassette, glaube ich, gar nicht mehr, meine Erinnerungen an das Konzert, das genau am 28.10.1989 stattfand, sind auch durchaus durchwachsen. Wir haben danach hauptsächlich in der Freisinger Gegend gespielt, 1994 noch einmal im Unterallgäu, dann aber schon alle weit entfernt und kicked out of the scene. (Über meine eigene Rolle möchte ich hier nicht sprechen, nichts worauf ich sonderlich stolz sein könnte).



Was mich komplett fertig macht: Das Konzert fand statt, als der Mauerfall kurz bevor stand. Egon Krenz hatte schon Erich Honecker abgelöst, immer mehr Leute kamen vom Osten in den Westen. Ich habe mich im Nachhinein oft gefragt, wie ich das eigentlich wahrgenommen habe. Seit ich wieder weiß, dass dieses Konzert am 28.10.1989 stattgefunden hat, weiß ich: gar nicht. Natürlich habe ich die Nachrichten gehört, natürlich wusste ich, was passiert, aber das war für mich so weit entfernt wie jetzt die Nachrichten von den Protesten in Chile oder im Libanon. Ich hatte sicher keine Sympathien für die DDR, man kannte ein paar der frühen Übersiedler, wusste auch, wie dort mit Punks umgegangen wurde. Aber diejenigen, die vor 1989 von Wiedervereinigung redeten, waren Leute wie Strauß oder Dregger oder Reagan. Mit denen hatte man nichts gemeinsam.

Mich quält im Nachhinein diese komplette Blindheit und Ignoranz, die ich damals hatte. Zum Teil lag es sicher daran, dass ich alles andere als weltgewandt war. Ich hatte wenig Ahnung vom Osten, aber ich war zu dem Zeitpunkt auch noch fast nie in Baden-Württemberg oder Hessen gewesen (geschweige denn von irgendwelchen Besuchen in Norddeutschland). Was immer in der DDR passierte, ich hatte andere Probleme. Wir saßen damals im Voralpenland und dachten, das habe mit uns alles nichts zu tun.

Inzwischen bin ich älter und in dieser Hinsicht schlauer. Ich werde aber nie begreifen, wie ich damals (und leider auch noch ein paar Jahre länger) das alles vollkommen ignorieren konnte. Ein Problem ist sicherlich, dass auch dreißig Jahre später hüben wie drüben Desinteresse herrscht, was auf der jeweils anderen Seite passiert ist. Ich wünschte mir, dass unsere Kinder irgendwann über der Ost-West-Einteilung stehen, aber dafür werden wohl noch ein paar Jahrzehnte ins Land gehen müssen.

(Dieser Eintrag ist teilweise angeregt durch diesen Blogpost. Dort gibt es keinen Punk, aber Ost-West-Problematik.)

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Töte den alten grauen Esel

Andere kriegen von Youtube nur Verschwörungstheorie-Müll vorgeschlagen, mir werden immer wieder musikalische Perlen empfohlen, die ich sonst nie gefunden hätte.

Von Belton Sutherland habe ich vorher noch nie gehört, dieser stoische Blues gehört aber zu den besten, die ich kenne. Alleine den Fingern zuzusehen ist ein Vergnügen. Und wie es Sutherland schafft, über vier Minuten mit der Kippe im Mund zu singen, ist auch fantastisch. Die Gitarre ist anscheinend tiefer gestimmt, auch das gibt dem Lied einen besonderen Klang.

Über sein Leben findet man nicht viel, zum Zeitpunkt der Aufnahmen war er 67 Jahre alt. Er war wohl bekannt und erfolgreich, es gibt aber nur wenige Lieder von ihm, die aufgenommen wurden. Er ist 1983 gestorben und hat noch nicht einmal einen Grabstein.