"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Mittwoch, 9. November 2016

Wir haben jetzt ein größeres Problem

Ein Vorteil des fortgeschrittenen Alters ist, dass man sich daran erinnert, dass die Amerikaner schon früher Deppen als Präsidenten gewählt haben. Das hat - irgendetwas Gutes muss es ja haben - auch teilweise zu interessanter Musik geführt. Ich meine hier nicht Joseph Beuys mit seinem Ausflug in die Popmusik.

Die Dead Kennedys hatten als erste Single das Lied "California über alles" aufgenommen, ein Lied über den kalifornischen Gouverneur Jerry Brown, der Ambitionen auf die Präsidentschaft hatte. Brown war eigentlich der progressive Traum, Vietnam-Gegner, umweltbewusst, aber trotzdem oder gerade deswegen ein Feindbild für die Punks der Dead Kennedys. In dem Lied wird ein hippie-faschistischer Staat, in dem man in der Schule meditieren muss, beschrieben. 1981 merkten die Dead Kennedys allerdings, dass es schlimmere Dinge als Hippies gibt, zum Beispiel den anderen früheren kalifornischen Gouverneur Ronald Reagan, der inzwischen Präsident war. Es folgte eine neue Version von "California über alles", mit dem wunderbaren Titel "We've got a bigger problem now". Die Band jazzt sich erst mal ein paar Minuten gar nicht übel durch, bis es dann wieder übliches Geknüppel wird. Bei der Suche bin ich auf diese wunderbaren Aufnahmen aus dem Studio gestoßen. Meine Güte, waren die Burschen jung. 

Ronald Reagan regte auch noch andere Bands zur Kreativität an; so auch die Damned mit ihrem "Bad  time for Bonzo". Die Aufnahme ist aus der Alabama-Halle in München.



Trump mag ja vielleicht auch einigen Musikern zur Inspiration dienen. Ich muss mir das dann nicht anhören. 

Kommentare:

  1. Damals gab es Aufkleber mit den Worten:
    "Gott erhalte Ronald Reagan- sofort!"
    Um diesen Aufpepper gab es einen Riesenstreit.
    Wie singt Bob Dylan: The times are changing...

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    1. Ich hatte einen Anstecker "Neuer Job für Ronald - Kellner bei McDonald". War in der Schule nicht gerne gesehen

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