"In the absence of intimidation, creativity will flourish"
G.Ginn

Samstag, 20. Februar 2016

RIP Vi Subversa

Es wird viel gestorben im Jahr 2016. Über Twitter erreicht mich die Nachricht, dass Vi Subversa gestorben ist. Michali hatte mich letztes Jahr drauf aufmerksam gemacht, dass ich doch hier etwas zu ihrem 80. Geburtstag am 20.6. schreiben könnte. Das habe ich verpasst, nun gibt es also einen Nachruf. Vi Subversa hieß eigentlich Frances Samson. Sie kam, schon weit über 40, Ende der Siebziger Jahre in die Punkszene und war eine Zeitlang Sängerin und Gitarristin der Poison Girls. Zusammen mit Crass nahmen die Poison Girls die "Bloody Revolutions"-Single auf, Crass hatte das Titellied, die Poison Girls "Persons Unknown". Das Lied lebt von der markanten rauchigen Stimme. Der Text bezieht sich auf Urteile gegen Linksradikale im UK, die wegen Verschwörungen "with persons unknown" verurteilt wurden. Man muss sich anhören, wie Vi diesen unbekannten Personen im Lied Leben einhaucht.

Man kann sich vorstellen, dass jemand, der in seiner Lebensmitte sich noch einmal in die Punkszene begibt, sich nur wenig darum kümmert, was für Erwartungen andere an ihn haben. So waren auch die Poison Girls nie eine typische Punk-Band; weder musikalisch, noch inhaltlich. Die Mischung aus Politik und Feminismus aus der Sicht einer Frau mit zwei Kindern war auch für die Szene, die ja im Wesentlichen aus dummen Jungen bestand, nur schwer zu verdauen.

Die 1979er Mini-LP "Hex" war das Meisterwerk der Band; ich habe es mir heute wieder angehört; die Musik intensiv und auch verstörend (die zweite Seite konnte ich mir auch schon früher kaum anhören). Auf Youtube habe ich eine Aufnahme gefunden, wie Vi noch im letzten Dezember das erste Lied "Old tart" singt, die Stimme immer noch markant und schneidend, die Augen klar, das junge Publikum der 80jährigen Lady zujubelnd.

Ruhe in Frieden, Vi.

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